Als
Mitglied der "Gesellschaft der Freunde von Bayreuth" habe ich im
vergangenen Premierenjahr der "Meistersinger" an der Generalversammlung
teilgenommen und dabei hat Frau Wagner auch zu Ihrer Inszenierung
Stellung genommen. Ihre
Aussagen waren wenig informativ und als ich sie fragte, ob sie das
Genie ihres Urgroßvaters so gering schätze, daß seine
Arbeit einer provokativen Interpretation bedarf, regierte sie
verärgert und meinte, sie fühle sich persönlich
beleidigt, wenn man ihr die Absicht unterstelle, sie wolle mit ihrer
Inszenierung provozieren. Dazu zitiere ich aus dem Protokoll über
die Generalversammlung 2007 der "Gesellschaft der Freunde von Bayreuth":
"Katharina Wagner wird auch gefragt, da sie selbst
nicht in Abrede stelle, daß sie mit ihrer Inszenierung provozieren wolle, ob sie
das Genie ihres Urgroßvaters so gering schätze, daß sie es für nötig erachte zu
interpretieren, wo doch präzise Regieanweisungen vorhanden sind.
Frau Wagner beteuert, daß es ihr eben nicht um
Provokation gehe. Werktreue hieße für sie, sich ernsthaft mit dem Werk
auseinanderzusetzen, und das habe sie getan. Die Regieanweisungen von Richard
Wagner seien zu einer Zeit entstanden, wo teilweise noch Gasbeleuchtung bestand,
es keine Versenkungen oder Hebemaschinen und keine Obermaschinerie gab. Sie
glaube nicht, daß die Regieanweisungen bei den heutigen technischen
Möglichkeiten noch so ausfallen würden, wie sie jetzt im Klavierauszug stehen.
Man müsse sich ihrer Meinung nach nicht sklavisch an die Regieanweisungen
halten. Sie maße sich natürlich nicht an zu wissen, was Richard Wagner heute
geschrieben hätte, und er wäre sicher auch nicht mit all ihren Ideen konform
gegangen, aber sie wehre sich dagegen, daß alles eins zu eins übernommen werden
müsse." (Zitat Ende)
Dazu frage ich mich
allerdings, was die im obigen Beitrag geschilderten Regiegags mit
Gasbeleuchtung, Versenkungen, Hebemaschinen oder Obermaschinerie zu tun haben
und wenn Frau Wagner sich nicht anmaße zu wissen, was ihr Urgroßvater heute
geschrieben hätte, so darf ich meinerseits getrost annehmen, daß er nicht an
Scheibmaschinen auf dem Leisten des Schusters oder herabfallende Schuhe gedacht hätte!
Das meint jedenfalls einer aus dem "dummen Haufen".