Isoldens Oden an die Nacht

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Unser Mitglied Prof. Manfred Pilsz

Bei diesem Musikvideo handelt es sich um eine Verarbeitung der Wesendonklieder von Richard Wagner. Mit dem Entstehungsjahr 1999 wurde es gerade fertiggestellt. Es wurde wie immer im Rahmen eines Projekts im Medienerziehungs-Unterricht der 7./8. Klassen des Medienrealgymnasium BRG Fadingerstraße 4 Linz unter der Leitung von Prof. Manfred Pilsz produziert.

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Auszeichnungen:

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Besetzung:

Isolde Michaela Baumgartner
Tristan Wilfrid Utz
Brangäne/Engel Andrea Wartner
König Marke Manfred Riegler
Kurwenal Robert Atzmüller
Isolde als Kind Lydia Leitner
Engel Sebastian Höglinger
Dienerin der Nacht Anita Grund
Geschöpfe der Nacht 7b 98 MRG/BRG Linz
   
Gesang Lieselotte Brehm
  Manfred Pilsz
Klavier Helmut Rogl
Choreographie Michaela Baumgartner
  Andrea Wartner
Kamera Manfred Pilsz / Esther Völlenkle
Schnitt und Regie Manfred Pilsz

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Weltweite Aussendung zu "Isoldens Oden an die Nacht"

RICHARD WAGNER VERBAND INTERNATIONAL e. V.
ASSOCIATION INTERNATIONALE DES CERCLES RICHARD WAGNER  - INTERNATIONAL ASSOCIATION OF THE WAGNER SOCIETIES

Musikvideo des Mediengymnasiums
BRG Fadingerstraße in Linz, Österreich
Schnitt und Regie: Manfred Pilsz
ISOLDENS ODEN AN DIE NACHT

Schöne junge Menschen, intelligente, geistbetonte Gesichter: zwei Mädchen, zwei junge Männer; Isolde und Brangäne, Tristan und Marke. Drei Bildsymbole: König Markes Ring, welcher Isolde als Armreif an seine Seite zwingt; ein gläserner Sitz, aufgestellt als Thron der Gedanken, Isoldes an Tristan, Erinnerung an eine Liebe, die Liebe. Altar dieser Liebe auch, im Sinne von Novalis' "Hymnen an die Nacht":
"Wir sinken auf der Nacht Altar, aufs weiche Lager - die Hülle fällt, und angezündet von dem warmen Druck entglüht des süßen Opfers reine Glut."
Ein Spiegel: durchlässig wie spiegelndes Wasser, Maria Casares läßt grüßen, die schöne Todesgöttin aus Jean Cocteaus Meisterwerk "Orphee": durch Spiegel Zutritt zum Metaphysischen; hinter ihnen lauert die andere Welt, die wirkliche, oder die trügende (wie bei Giulietta in den "Contes d'Hoffmann"); die vergangene auch, wenn Isolde sich im Lied "Der Engel" ihrer Kindheit erinnert, der Engel zu ihr hintritt wie Lohengrin aus Wolkenformationen im Laserlicht wie bei Henning von Giercke in Bayreuth 1987.
"Sausendes, brausendes Rad der Zeit": Der Armreif in Markes ausgestreckter Faust wird zum Zeichen des Besitzanspruches wie im "Ring des Nibelungen", Besitzanspruch an die Frau: nicht Gunther-Siegfrieds an Brünnhilde in der "Götterdämmerung", aber mit ähnlich fatal-heillosen Folgen. Tristan soll den Reif überbringen: aber dieser entgleitet ihm vor Isoldes Augen:
"Dein Blick, Isolde, blendet auch ihn". Brangäne ist's, die den Reif aufhebt, die Tränke vertauscht: das weiße Segel des Lebens mit dem schwarzen des Todes, wie auf dem Schiff des Theseus nach dem Kampf mit dem Minotauros und dem Verlust Ariadnes. Aber gleichviel: die Beiden könnten Wasser trinken.
"Von seinem Lager sah er her - nicht auf das Schwert, nicht auf die Hand - er sah mir in die Augen... "
Was braucht's da noch vertauschter Tränke, wenn die Liebe als Eros Thanatos blitzartig niederfuhr und in der bannenden Kraft eines "Augen-blicks" die Welt für Tristan und Isolde veränderte (Michaela Baumgartners Augen zu "Erkennt der Mensch des Ew'gen Spur").
Brangäne nimmt der Liebenden den schwarzen Mantel von den Schultern, hüllt sich selbst darin ein, ein weißer Schleier bedeckt ihr Gesicht; die Gesichtslose ist als selbstlose Freundin bereit, ihren Körper anstelle Isoldes' dem König zu überantworten, wie die alte Sage weiß. Doch der wird eines Tages die Echte fordern: diesmal nimmt er Isolde den Mantel fort, die als Enthüllte vor ihm in die Knie sinkt. Gedemütigt, wie Brünnhilde in der Schlußszene des ersten Aktes "Götterdämmerung", in der falschen Umarmung eines nicht durch fraglose Hingabe legitimierten Liebesbundes.
Und so stirbt Tristan wirklich an der "Liebeswunde", deren Blut anfänglich nur symbolhaft sein Hemd rot färbte, als er diese Wunde durch Isolde empfing: die damalige Liebesnacht geht über in jene des Todes, als er vom Leidenslager am Meer aufsteht: die blutenden Binden als Schleier hinter sich herzieht zum Schritt aus der sengenden Sonne eines Tages ohne die Geliebte hinüber in "das weite Reich der Weltennacht" mit ihr.
Und Isolde? Soll sie Mathilde sein, die am 13. Februar 1883 schreibt:
"Vom Tode hast Du oft und gern gesprochen,
aus früh'ster Zeit wohl kommt mir's in den Sinn,
wenn Du, beschwichtigend des Herzens Pochen,
die Todesruhe priesest als Gewinn.
Und Todessehnsucht spricht aus Tristans Liebe,
die Todessehnsucht aus Amfortas' Qual - und welterlösend drückt auf Kundrys Stirne
den Todesweihekuß ihr - Parsifal.
Dein Leben war ein Schaffenstag hienieden -
der Abend kam, und mit ihm kam die Nacht.
Dein hehres Haupt umfängt des Grabes Frieden -
Du ruhest - heil Dir, heil -
es ist vollbracht."
Mathilde, welche selbst Jahre später, am 31. August 1902 stirbt; tanzte sie im vorliegenden Film - in der Eigenchoreographie der Hauptdarstellerin Michaela Baumgartner - noch einmal jene entscheidende Begegnung, aufbrechende Erinnerung vor dem Ende in zurückgeschenkter Jugend, bevor auch sie der Grabhügel deckt?
Eine Rose, eine Rebe wuchsen aus der Brust Tristans und Isoldes aus ihren Gräbern in Cornwall und verschlangen sich unauflösbar ineinander - so in einer Illustration Ulrich von Türheims. Richard Wagner spricht von Efeu und Rebe, die Reif, Thron und Spiegel überwuchern, die Liebe heimholen dorthin, wo sie "ertrinken, versinken, ungetrennt, ohne End" sein kann.
Die Wesendonk-Lieder als Studien zu "Tristan und Isolde" - nicht nur "Im Treibhaus" und "Träume". Lieder - eindrucksstark interpretiert von Lieselotte Brehm und Helmut Rogl - die in nuce eine zum Bersten angefüllte Welt der Liebessehnsucht in sich tragen, welche zu ihrer Entfaltung und Auslotung nicht nur der fünf Gedichte - sondern dreier Aktes eines Musikdramas bedürfen, deren bestürzende und unerhörte Kühnheit uns heute so bewegt wie 1865 oder 1858.
Gratulation und Dank an die engagierten jungen Darsteller mit Andrea Wartner, Wilfrid Utz und Manfred Riegler, an die Klassen 7/8-98 des BRG Linz
("Hochgewölbte Blätterkronen, schweigend neiget ihr die Zweige;
weit in sehnendem Verlangen breitet Mädchenarme aus")
um ihren künstlerischen Mentor und Medienprofessor Manfred Pilsz.

Kuratorium: Wolfgang Wagner - Prof Götz Friedrich - Prof Harry Kupfer - Dr. Oswald Georg Bauer - Prof Dr. Joachim Kaiser

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Bildbeispiele:

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Isolde_P3.jpg (5849 Byte) Isolde_P4.jpg (7819 Byte)

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Ausführliche Informationen zu diesem Video finden Sie auf der Homepage des
Medienrealgymnasium BRG
Fadingerstraße 4
A-4020 Linz
Austria

Fotos und Texte mit freundlicher Genehmigung der Schule